Casa Dell'Emozione
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2011-2021

 

Die Schleckgeräusche hatten aufgehört, aber Brusje traute sich dennoch über ein Jahr lang nicht, die Gefriertruhe zu öffnen.

 


Sie hatten Brusje einen neuen Partner zugeteilt. Er sah aus wie Brusje, er redete wie Brusje. Jemand musste sich einen üblen Spaß erlauben.

 


Nur mit hoher Kraft konnte Brusje der verbrannten Leiche das Notizbuch entreißen. Es zerfiel geschwind, nur ein Wort blieb: Kerbelrübe.

 


Fünf Stunden, nachdem er sich mit dem Wagen überschlagen hatte, fiel ihm auf dem Weg über den Bach auf, dass sein rechter Arm fehlte.

 


Scherben im Sarg.

 


Ein unbekannter Vertauscher schnappte sich Männer, die im Rollstuhl vor dem Supermarkt warteten, und tauschte sie gegen Füchse.

 


Brusje verfuhr sich; zum Glück waren hier auch Tote. Er brachte sie in den Kühlraum, aber es waren Schafe, die im Gras eingeschlafen waren.

 


Ein Zeuge vor Gericht, der nichts auszusagen hatte, außer dass es ihm im Alter von 5 Jahren gelungen war, seinen Nacken abzulecken.

 


Brusje hatte vergessen, den Gerichtsmediziner zu verständigen. Das Mordopfer lag nun über Nacht auf seinem Sofa. Das geschah immer öfter.

 


Erst mit 34 Jahren fiel Brusje auf, dass Geräusche, die er im linken Ohr wahrnehmen sollte, in seinem rechten Ohr hörte und umgekehrt.

 


Der Actionfilm wurde unterbrochen, der TV-Moderator entschuldigte sich. Der Film sei zu schlecht geworden. Damit hatte niemand gerechnet.

 


Er wollte den Briefumschlag ablecken, aber seine Zunge war trocken, leblos, wie ein Stein.

 


Brusje öffnete den Seesack, in dem er Münzen für schlechtere Zeiten versteckt hatte: Zwei winzige Gerippe, die sich umschlangen. Ein Wind.

 


Brusjes Hemdenknöpfe waren kalt geworden und auf eine unangenehme Art und Weise menschlich.

 


Und mit dem Frost, mit dem See, mit der Schwere der Luft löste sich Brusjes Hoffnung auf wie eine Wasserleiche, die sich erhängt.

 


Was für ein Unglück, dass er gerade Polizist geworden war. Anstatt die Menschen zu ermorden, hatte er den Menschen immer nur geholfen.

 


Geld war für Brusje zum Phantom geworden.

 


Seit letztem Jahr hörte er dieses leise Summen; jedenfalls dachte er, es wäre Summen, dabei waren es leise Kirchenorgeln. Eine Totenmesse.

 


Langsam überkam Brusje der Verdacht, dass Mutter absichtlich so schlecht kochte; dass sie ihn hasste.

 


Das schönste an der Einsamkeit war, dachte Brusje, dass es niemanden gab, der ihn prügelte.

 


Schmerzen im Brunnen.

 


Konnte ihn ein Pferd, das verhungert war, satt machen; das war seine Frage.

 


Er hasste sein Skelett, verachtete es. Er konnte es nicht erwarten, es zu essen.

 


Er betrachtete die Finger in seinem Kühlschrank. Wie lange hatte er noch, um sie im Spital wieder annähen zu lassen? Zwei Tage, drei?

 


Der Winter, die Kälte war erst in seinem Skelett. Bald knisterte seine Haut ob des Frostes.

 


Das Atmen fiel ihm schwer. Die Luft war wie in gehässige Würfel geschnitten.

 

 

Die Frauen waren tot und blieben es und irgendwann würde sich Brusje nur noch schwach an sie erinnern …

 

 

... aber was gab es Bedrückenderes, als ein Leben in Pech und Verachtung?

 


Ein sattes Grinsen blühte in mir ...  Dieses Grinsen machte mir Angst.

 


Er zündete sich eine zweite Zigarre an, aber auch diese schmeckte nach Formaldehyd.

 


Hinter dem starren Gesicht des Menschheitsfreunds tobte der Geifer.

 


Im Schneetreiben entdeckte Brusje, dass er seinen Ringfinger abnehmen konnte wie einen vertrockneten Hund.

 


Vielleicht konnte er sich die Herbstkälte sexuell zu Nutze machen. Die Blätter, das Knistern der Steine, das Ächzen der Vögel, die Raben ...

 


Und dann schaufelten wir Asche auf das erfrorene Pferd, bis es aufhörte zu grinsen.

 


"Verrückt und dumm, keine angenehme Kombination", dachte Brusje, als Frau Johannson zu weinen begann.

 


Sind das ... sind das deine Augen, Brusje? Sag mal, Brusje, weinst du?

 


Ein verlogenes Lachen zierte den Hund.

 


Alles, was wir wussten, war, dass er Krebs hatte!

 


Anstatt zu essen, blutete Hampus in seinen Napf.

 


Er konnte und wollte seinem Verfall nichts mehr entgegen setzen. Dafür war er schlichtweg zu faul.

 


Brusje spürte die Freude schöner Götterfunken.

 


Was ist denn das für ein Gott, der nur Schweine als Jünger hat? Von einem Schweinegott will ich nichts wissen!

 


Ja, es mag stimmen, dass der Mensch das schlimmste aller Tiere sei, aber in jedem Tier stecke eben auch ein Mensch.

 


Wie lange hat mein Hund noch zu leben, Dr. Fjorde?

 


Es war ein Irrtum, zu glauben, eine weinende Frau könnte getröstet werden.

 


Der schwedische Hund heißt Hampus.

 


Dem Hund tropfte Blut aus dem Maul.

 


"Das macht mich so traurig, da spucke ich Ihnen nicht einmal ins Gesicht." Dann spuckte er Brusje ins Gesicht.

 


Trotz all der Zahnschmerzen und der blauen Flecken fühlte sich Brusje seit langem wieder richtig gut.

 


Dann kam der Wirt und wollte kassieren.

 


Er dachte, er hätte in ein Schlangennest gestochen, dabei aber war es nur ein Rabennest. Nur Raben.

 


Der Hund hatte Raben im Maul.

 


Raben.

 


Aber er konnte die kämpfenden Raben nicht erkennen. Stattdessen sah er Schlangen. Nur Schlangen. Es war eine schizoide Störung.

 


Und in all der Schwärze noch ein tieferes Schwarz.

 


Der schwedische Assistent heißt Brusje.

 


Die Zweifel des Herzens belohnt er mit Krummheit.

 


Was werden die UFO-Menschen aus der Zukunft schäumen, dass wir noch Artenunterschiede in unsere Gesetze eingebaut hatten.

 


Brusje wusste nicht, wer der Mörder war. Er wusste nicht, wer die Toten waren. Wo waren denn die Toten überhaupt?

 


Der Hund wollte ein Ende. Er wollte sein Ende. Hampus mochte nicht mehr, wie er war.

 


Hampus lachte. Seine Augen lachten. Als gäbe es keinen Schmerz, keine Schwärze, keinen Wunsch nach einem Nichts.

 


Hampus Fell glänzte im Mondschein. Das Fell knisterte vor Eiter.

 


Früher war Brusje mit dem Taxi ins Autokino gefahren, aber die neue Lage war scheußlich.

 


Die neue schwedische Lage war scheußlich.

 


Brusje wusste nicht, wie er den Fahrer bezahlen sollte. Er würde bei der nächsten roten Ampel die Türe aufreißen und davonlaufen müssen.

 


Zahlen ging nicht. Wie denn, ohne Geld?

 


Niemand hatte seine fehlenden Vorderzähne bemerkt. Brusje spürte, wie seine Lebensgeister wieder zurück kehrten.

 


Die Leiche hatte keine Arme, keine Beine, keinen Kopf. Wir waren uns nicht einmal sicher, dass sie tot war, dass sie ein Mensch war.

 


Der Blick der Schlange machte ihn apathisch. Er hatte keine Kraft mehr, sie zu erschießen.

 


"Der Mann im gelben Regenmantel. Wir haben ihn nie gefasst. Alles, was wir wussten, war, dass er Krebs hatte!"

 


"Kalter Wickel! Der ist gut für dich!"

 


Blut aus dem Maul.

 


Dem Hund tropfte Blut aus dem Maul.

 


Dem Hund tropfte Eiter aus dem Maul.

 


Dem Hund tropfte Blut aus dem Maul. "Hier", sagte Harmson Bergund. "Ein kalter Wickel. Ein kalter Wickel, der ist gut für dich!"

 


Der schwedische Kommissar heißt Harmson Bergund.

 


"Alles war gut gegangen!", dachte Brusje. Aber warum weinte er dann?